|
Please click the
logo for
the English version. Startseite
| Impressum/Kontakt/Haftungsausschluss
|
AGB
Leseproben (Übersicht)| Auswahlliste Belletristik | Auswahlliste Sachliteratur Jugendroman | Kinder- und Jugendsachbuch Untertitelung | Wortspielereien Bildergalerie | Nähkästchen Fachübersetzungen | Referenzen | Links | Rechte Amanda O'Neill: Die biblische Welt
Die
Hethiter, Krieger der Berge
Die
Hethiter kamen 2000 v. Chr. nach Kleinasien, vielleicht aus Europa
oder Südrußland. Um 1750 vereinigten sich unter
Hattusilias
I. die Hethiterstaaten zu einem Reich mit Hattusa
(Bogazköy), einer natürlichen Festung in den
Bergen Anatoliens,
als Hauptstadt. Streitwagen und das Eisenmonopol
verliehen den Hethitern militärische
Überlegenheit
über ihre Nachbarn. Innerhalb eines Jahrhunderts
dehnte sich
ihr Reich bis nach Syrien aus, 1590 plünderten sie Babylon,
und Mesopotamien wurde zwischen rivalisierenden Völkern
geteilt.
Kurz darauf tauchten die Hethiter ins Dunkel, stiegen aber
gegen
1380 erneut auf, höher als zuvor, und erlangten die
Vorherrschaft über den ganzen „Fruchtbaren Halbmond“,
mit Ausnahme von Ägypten. Unter Ramses II. versuchte
Ägypten, Syrien zurückzugewinnen. Um 1285
gerieten
Ägypter und Hethiter in der Schlacht von Kadesch (am
Orontes) aneinander. Ramses erklärte sich zum Sieger
– doch die Hethiter behielten Syrien. Bald schlossen beide
unter
der gemeinsamen Bedrohung von Assyrien einen Friedensvertrag,
den
Ramses durch seine Heirat mit einer Hethiterprinzessin
besiegelte. Ramses sicherte sich so die Kontrolle über Kanaan
(das bereits unter ägyptischer Besatzung stand). Als
Moses
die Israeliten nach Kanaan führte, mußten
sie gegen
hethitische Besatzer und andere Stämme kämpfen.
Nachdem Josua Kanaan erobert hatte, blieben die Hethiter im Land
und vermischten sich durch Heirat mit den Hebräern. Das
Alte
Testament berichtet von Hethitern unter Davids Gefolgsleuten
und
in Salomos Harem. Um 1200 brach das Hethiterreich zusammen.
Flüchtlinge gründeten Stadtstaaten in Nordsyrien, wo
die hethitische Kultur fortlebte, bis sie aufgrund der
wachsenden
Macht Assyriens im 8. Jahrhundert v. Chr. zerfiel.
Bildlegenden
Eine
Goldstatuette, 4 cm hoch, aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. Sie stellt
einen Mann in langärmeliger Tunika und
Kegelhut dar
– vielleicht einen Hethiterkönig.
Hattusa
wurde durch eine massive Mauer geschützt, die einen Kreis von
6,5
km Länge bildete und stellenweise 2,5 m dick war.
Das
massive Löwentor bewachte den 3,5 m breiten
Südwesteingang.
Bronzestandarte
in Tierform aus den Königsgräbern von Alaca
Hüyük.
Hier wurden viele solcher „Standarten“
gefunden, die
wohl auf Stangen montiert waren.
Das
große Heiligtum von Yazilikaya vor den Stadtmauern Hattusas
war
das religiöse Zentrum des Hethiterreichs.
Der erste
Tempel stammt aus der Zeit um 1460 v. Chr. Später
wurden
spektakuläre Götterreliefs aus dem Fels gehauen. Oben:
König Tudhallyash IV. mit dem Symbol der
Göttlichkeit.
Der
Hethiterführer Muwatallis lockte die Truppen des Ramses bei
Kadesch in einen Hinterhalt, nachdem er seinen Abzug
aus der
Stadt vorgetäuscht hatte. Seine 2500 Streitwagen
vernichteten eine Division der Ägypter. Diese konnten nur
mit Hilfe von Reservetruppen von der
Küste doch noch
siegen,
allerdings ohne nachhaltigen Erfolg:
Kadesch und Syrien
blieben
in hethitischer Hand.
Der Garten Eden Die geographische Lage des Gartens Eden, in dem der Bibel nach die Menschen erschaffen wurden, beschäftigt seit langem die Gelehrten. Im Schöpfungstext wird sein Ort in bezug auf namentlich genannte Flüsse und Länder angegeben, doch Forschungen haben nichts Genaueres als „irgendwo in Mesopotamien“ bestimmen können, im allgemeinen nimmt man an, in den Ebenen zwischen Euphrat und Tigris. Zahlreiche andere Orte wurden vorgeschlagen, im heutigen Irak, in Indien und Äthiopien. Gelehrte des Mittelalters glaubten, das Paradies liege außerhalb der Grenzen der bekannten Welt und harre erst der Entdeckung, immer noch im Zustand der Vollkommenheit, anders als der Rest der Welt, der durch die Sünde verdorben war. Als später im 19. Jahrhundert die Gelehrten aufgrund von Fossilienfunden vermuteten, das Leben habe in einem im Meer versunkenen Land begonnen, hielten manche diesen „verlorenen Kontinent“ für das wahre Paradies. Viele moderne Denker halten den Garten Eden für ein Bild der Vollkommenheit, nicht für einen tatsächlichen Ort. Sie beziehen den Namen gelegentlich auf Fundorte der ältesten menschlichen Überreste, z. B. die Olduvai-Schlucht in Tansania. Eine beliebte Vorstellung ist, „daß wir Gott nirgendwo so nah sind wie in einem Garten“. Von Anfang an war der Garten ein Lieblingsbild religiöser Autoren. Dem Hohenlied Salomos entnahmen Dichter und Künstler des Mittelalters das Thema des hortus conclusus („abgeschlossener Garten“), ein stilles Plätzchen, an dem die Frommen ihre Seele laben. Der Garten ist auch ein häufiges Symbol in nichtchristlichem Glauben: der griechische Garten der Hesperiden, wo die goldenen Äpfel der Jugend wuchsen, die verzauberten Gärten im Jenseits der heidnischen Kelten und die Gärten des muslimischen Paradieses. Für Anthropologen liegt das wahre „Eden“, die Heimat der Menschheit, in der Olduvai-Schlucht in Tansania, dem Fundort der ältesten menschlichen Überreste. Übersetzung: © Christiane Bergfeld Design + Text: Christiane Bergfeld, Hamburg. Alle Rechte vorbehalten. Letzte Aktualisierung: 28. September 2009 |